Unfassbares Leben auf Pump
Worte Cyril Schicker & Rino Borini
Weltweite Verpflichtungen mausern sich zu riesengrossen Schuldenblasen. Ein Teufelskreis. Ein arg eng geschnürtes Korsett. Gefangenschaft in einer Zwangsjacke. Doch nicht nur Regierungen stehen am Pranger, auch Privathaushalte und Firmen sind immer stärker schuldengeknechtet.
Sie ist stetig am wachsen, die globale Schuldenblase. Die Beträge übersteigen meist unsere Vorstellungskraft, davon betroffen sind wir alle. Denn es geht hier nicht nur um Verschuldung von Staatshaushalten, sondern auch um unternehmerische und private Schuldenberge- und Blasen. Stark vereinfacht gesagt verursachen hohe Schulden hohe Finanzierungskosten, etwa durch sich verteuernde Rückzahlungsmodalitäten, und hemmen zukünftige Entwicklungen jedweder Art. Firmen haben kaum mehr Investitionsbedarf, Private beteiligen sich weniger am (Binnen-)Konsum und Staaten reduzieren einerseits Sozialleistungen, anderseits schieben sie wichtige Umweltprojekte auf die lange Bank.
Professor Mohan Munasinghe, Vizevorsitzender des Weltklimarats IPCC, Physiker und Nobelpreisträger 2007, dazu: «Der Enthusiasmus, sich für Nachhaltigkeitsentwicklung zu engagieren, ist gänzlich verflogen. Ein Grossteil der Ankurbelungspakete hätte viel sinnvoller investiert werden können, zum Beispiel im Bereich erneuerbarer Energie und sozialer Entwicklung.» Er weiter: «Auch wenn das sogenannte Banken-Bailout nötig war, Risiken gibt es noch immer zuhauf, und die Einzigen, die sich nachhaltig löblich präsentieren, sind Korea und China. Sie haben 80 Prozent beziehungsweise 35 Prozent der Ankurbelungsmassnahmen grün investiert. Andere Nationen wendeten maximal zehn Prozent auf.» …
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