Tierisch teure Liebelei
Worte Cyril Schicker
Tiere sind nicht nur auf vielen Speisekarten gerne gesehen, sondern werden auch gerne als Familienzuwachs gehegt und gepflegt. 2010 wurde der globale Heimtierbedarf mit stolzen 65 Milliarden Franken gedeckt.

In der Schweiz zählt man nicht, nein, man liebt (sie) – die Haustiere. Egal, ob gefiedert, behaart oder geschuppt, sie stehen hoch im Kurs und klettern, vierbeinig oder nicht vierbeinig, in der Beliebtheitsskala unentwegt weiter nach oben. Hierzulande gibt es zurzeit zirka 2,8 Millionen Haustiere, darunter rund 1,35 Millionen Katzen und 500 000 Hunde. Das Geschäft läuft tierisch. 2009 gaben Schweizer Haustierhalter für Ernährung und Pflege fast 670 Millionen Franken aus, 2010 immerhin noch deren rund 500.
Dies zeigt eine Untersuchung des Zentralverbandes zoologischer Fachbetriebe Deutschland. Österreich, zum Vergleich, umgarnte seine Haustierwelt mit knapp 530 Millionen Franken (2009), im vergangenen Jahr mit 565 Millionen. Absolute Spitzenreiter Europas sind Frankreich mit 31,3 Millionen Haustieren und damit einhergehenden Ausgaben in der Höhe von 4,7 Milliarden Franken, sowie England, wo zirka 22 Millionen Haustiere Ausgaben von 4,2 Milliarden Franken verursachen. Dass Englands Haustiergeilheit etwas mit einer tiefen Geburtenrate zu tun habe, kann nicht bestätigt werden, immerhin liegt diese bei 10,67 Prozent, währenddem die Schweiz lediglich mit 7,5, Deutschland mit 8,21 und Österreich mit 8,65 Prozent aufwarten.
Die grassierende Haustierbegierde überträgt sich auch auf etliche Konzerne, so zum Beispiel auf Nestlé. Der Lebensmittelgigant kaufte unter anderem den bis dahin in Privatbesitz befindlichen US-Tiernahrungshersteller Waggin’ Train – er erwirtschaftet per annum um die 200 Millionen Franken – gekauft. Stolze 13 Milliarden Franken setzte Nestlé bereits 2009 mit Produkten für Haustiere um. In Bezug auf den globalen Gesamtmarkt werden Heimtierausgaben, so Euromonitor International, auf satte 65 Milliarden (2010) beziffert.
Abschliessend rufen wir dazu auf, den monetären Aspekt für einmal aus- und dafür Albert Schweitzers Aphorismus einzublenden: «Tierschutz ist Erziehung zur Menschlichkeit.» Genau.

















