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Worte Cyril Schicker & Rino Borini Bild Boris Gassmann
Mobilität ist ein wesentlicher Aspekt unseres Wirtschaftslebens. Der funktionierende Austausch von Waren und Dienstleistungen ist Garant für wirtschaftlichen Erfolg und für gesellschaftlichen Wohlstand. Doch Mobilität geht weit über die Fortbewegungs-Befriedigung hinaus. Die Mannigfaltigkeit der Mobilität setzt uns allerdings auch turmhohe Hürden vor die die Nase.
Eine hypothetische Frage vorweg: Sie laufen auf eine Kreuzung zu, noch ist die Ampel auf Grün gestellt, doch je näher sie kommen, desto mehr erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass es Orange wird, ja, gar Rot. Siehe da, jetzt sind Sie so nah dran und das Grün wandelt sich unwirtlich zu Orange. Noch ist es möglich, die Strasse zu überqueren, noch ist es erlaubt, noch dürfte Ihnen dabei nichts passieren. Was werden Sie wohl tun? Die Beine unter die Arme nehmen und drauflos sputen? Aber lohnt es sich tatsächlich, wie ein geölter Blitz die Strasse zu passieren? Liegt auf der anderen Seite einer im Sterben und kann nur überleben, wenn ihm jemand in den nächsten 60 Sekunden hilft? Wahrscheinlich eher nicht. Wäre es denn nicht womöglich sinnvoller oder angenehmer, sich die Erholung zu gönnen und abzuwarten, bis die grüne Ampelfarbe den leibeigenen Mobilitätsdrang wieder zum Leben erweckt?
Wohl die meisten entschieden sich für die «sportliche» Variante. Zwar ist uns allen bewusst, dass die freie Zeit immer kostbarer wird und wir uns je länger je mehr vom Drang nach dem «Schneller» und dem «Mehr» in die Knie zwingen lassen. Doch verwerflich ist das nicht, immerhin zwingt uns die Moderne mit all ihren Möglichkeiten geradezu auf, gleichzeitig an verschiedenen Orten zu sein, dabei zu lesen, Musik zu hören, zu telefonieren, zu arbeiten und am besten gleich noch neue Kontakte zu schliessen. Schnelligkeit gehört zum Heute, genauso wie die Individualisierung, die Digitalisierung, die Urbanisierung, die Radikalisierung, die Überalterung, die Rationalisierung, die Modernisierung, die Technologisierung.
Luxuriöse Mobilität Quer durch alle Wirtschaftsbereiche wird die Wertschöpfung durch die Mobilität von «Gütern», seien es Rohstoffe, Fertigprodukte oder Personen wie Berufstätige oder Konsumenten, gewährleistet. In einer modernen Volkswirtschaft spielt der Verkehrssektor eine zentrale Rolle, und aus ökonomischer Sicht ist die individuelle Mobilität eine Voraussetzung für wirtschaftliches Wachstum und Wohlstand. Zudem ermöglicht sie den Menschen die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. Eine uneingeschränkte, ausreichende und zugängliche individuelle Mobilität ist somit Grundvoraussetzung für den zukünftigen Wohlstand einer Volkswirtschaft. Gerade Industriestaaten geniessen mittlerweile die Privilegien einer Luxus- und Verwöhngesellschaft.
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