Neuer Lustplanet im Universum
Worte Cyril Schicker
Je länger je mehr steht der Einzelmensch im Zentrum der Gesellschaft. Sinkende Haushaltsgrössen gehen Hand in Hand mit der Personalisierung von Märkten.
Der Wandel vom Massenzeitalter zur Individualisierung ist längst eingeläutet. Dasselbe ist auch dem «Lust-Universum» widerfahren. Sarina Nauer, Mitbegründerin und (Mit-)Geschäftsführerin von clitcare pflichtet dem bei: «Diese gesellschaftliche Veränderung sieht man auch im Bereich der Sexualität. Dem Individuum wird heute viel mehr Wert beigemessen. Alle wollen einzigartig- und- unabhängig sein. Die moderne Frau will heute auch ihre Freude am Sex haben.» Dennoch ist die Moderne noch keine frisch-strahlend inladende Lustwiese, bei der ein Höhepunkt dem anderen die Klinke in die Hand gibt. Was aber soll getan werden, damit dem, zumindest ansatzweise, so geschieht? «Anfangen tut es in der Wahrnehmung der eigenen Bedürfnisse und jenen des Partners. Weiters gilt hier zu erwähnen, dass wir Frauen grundsätzlich noch zu sehr darauf bedacht sind, dass es dem Anderen gut geht. Dabei vergessen wir uns oft selber. Männerseitig betrachtet ist es so, dass dieser von der Frau hinsichtlich Sinnlichkeit lernen könnte», erklärt Nauer. Für die lustbetonte Annäherung von Mann und Frau ist auch die Schweizer Jungfirma clitcare zuständig. Ihr Produktportfolio spricht Personen jedweder Couleur an, hauptsächlich Frauen. So mannigfaltig das Angebot auch ist, den einen oder anderen Verkaufsschlager gibt es dort sicher ebenso. Was das wohl sein wird? Und ist die oft als prüdes Ding verschriene Mutter Helvetia gar ein Herstellerland? Die Expertin augenzwinkernd: «Fragen über Fragen. Nein, im Ernst, das sind Vibratoren in allen Formen und Farben – für zu Zweit oder allein.» Sie weiter: «Mutter Helvetia ist von der Produktion her gesehen kaum Dreh- und Angelpunkt. Wir kaufen in Deutschland, Schweden, Kanada, den USA, Singapur und Frankreich ein.» Wer jetzt denkt, dass die weltliche Einkaufstour des schwesterlichen Zweifraubetriebes wenig bis nicht lohnenswert ist, der täuscht sich. Laut Sarina Nauer, sie arbeitet übrigens vollzeitlich, währenddem ihr Pendant Alexandra teilzeitlich angestellt ist, werden im Jahr gut 150 000 Franken umgesetzt. Brotlose Kunst ist anders. Anders, das heisst, löblich, ist auch diese monetäre Offenheit. Und ja, die clitcare-Klientel besteht aus zwei Drittel Frauen (von 18 bis 70 Jahren und älter sei alles vertreten) und einem Drittel Männer. Letztere würden jeweils ihrer Partnerin, Frau oder Freundin eine Freude machen wollen. Liierter Mann, wann hast Du das letzte Mal ein Freudenfeuer entfacht? Und liierte Frau, wann war das bei Dir? Mann und Frau, Frau und Mann, Frau und Frau, Mann und Mann: Vereinigt Euch!















