Forschung & Entwicklung
Worte David Fehr
Effizientere und nachhaltigere Technologien entstehen, wenn entsprechend viel in Forschung und Entwicklung investiert wird. Doch wieviel ist viel?

Auch wenn Innovationen immer wieder per Zufall entstehen – so geschehen bei Sekundenkleber, Teebeutel, Penicilin, Viagra und LSD –, sind sie in der Regel die Folge gezielter, in der Abteilung Forschung und Entwicklung (F&E) gebündelten Investitionen. Da von Innovationen nicht nur das Überleben einzelner Firmen abhängt, sondern auch die gesamtvolkswirtschaftliche Entwicklung, setzen sich Regierungen immer wieder Ziele, wie hoch der total investierte Betrag jeweiliger F&E in Prozent des BIP sein soll.
Für die Mitgliedsstaaten der EU sollte er gemäss der im Jahr 2000 vorgestellten Lissabon-Strategie bis 2010 bei drei Prozent liegen. Erreicht wurde das Ziel – mit im Durchschnitt gerade mal zwei Prozent – nicht annähernd. Die Drei-Prozent-Marke erreicht hat hingegen die Schweiz. Überflügelt wird sie lediglich von den Nordländern Finnland (3,96) und Schweden (3,62) sowie vom technologieaffinen Japan (3,44). Spitzenreiter ist Israel mit 4,27 Prozent, was vor allem auf die politische isolierte Lage und damit einhergehende Forschungsausgaben für Rüstung- und Sicherheit zurückzuführen ist.
Doch nicht nur auf Länderebene herrschen grosse Unterschiede, auch zwischen verschiedenen Branchen unterscheiden sich die Ausgaben stark. Gemäss einer Studie der Beratungsfirma Booz & Company waren 2009 (die Zahlen für 2010 sind nicht erhältlich) Computer und Elektronik (136 Milliarden Dollar) gefolgt von Healthcare (112 Milliarden Dollar) die Spitzenreiter. Letztere stellt denn auch mit Roche Holding den Gesamtsieger. Schier unglaubliche 20,1 Prozent des Jahresumsatzes (9 Milliarden Dollar) investierte der Pharmakonzern 2009 in F&E. Dass Qualität aber nicht zwingend von Quantität abhängig ist, zeigt Apple. Der US-Konzern gehört seit längerem zu den innovativsten Unternehmen überhaupt. Steve Jobs und seine Mannen überzeugen immer wieder mit neuen Kreationen und lehren die Konkurrenz das Fürchten.
Und das mit mickrigen 3,1 Prozent des Umsatzes!
















