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Worte Cyril Schicker
Die Schweiz ist Recycling-Weltmeister. Das beispiellose Rezyklieren wird immer wieder und auch lautstark verkündet. Weshalb aber auch nicht?

Immerhin ist Mutter Helvetia nun sicher vor der Karmapolizei. Hm, ist sie das? Läuft sie nicht Gefahr, eben doch in die Knie gezwungen zu werden? Ist die Karmapolizei erbarmungslos, darf sich Mutter Helvetia warm anziehen. Von ihrem fadenscheinigen Kleidchen lässt sich die «Ursache-Wirkung-Instanz» nämlich kaum beeindrucken.
Alles andere als beeindruckt ist sie beispielsweise vom hiesigen Unwissen in Bezug auf PET und PE, ist doch Polyethylenterephtalat nicht gleich Polyethylen. Milch- und Kaffeerahmflaschen oder Rahmbüchsen etwa bestehen aus PE und nicht aus dem allgemein bekannteren PET.
Die Menge an PE-Verpackungen ist beachtlich, weshalb es inzwischen möglich ist, PE-Verpackungen vom restlichen Abfall getrennt zu entsorgen. Dabei bestehen jedoch kantonale Unterschiede, denn während in Bern PE-Sammelcontainer an fast jeder Ecke stehen, findet man sie in Zürich nur in Filialen der zwei miteinander konkurrierenden Detailhandelsriesen. Für PET-Flaschen hingegen gibt es über 30 000 Container. Doch diese sind für PE-Flaschen verbotenes Territorium.
«Think Big» («Think Green» sowieso!) heisst aber die Devise, weshalb wir uns die Globalbrille aufsetzen und in Richtung Lithium blicken. Lithium-Ionen-Batterien sind der Lynchpin bei Hybrid und Elektrofahrzeugen. Sie gelten wegen ihrer hohen Energiedichte als Schlüsseltechnologie, die wiederum wichtig ist, um das Autogewicht verhältnismässig gering zu halten.
Noch kann die starke Lithium-Nachfrage gedeckt werden, allerdings reichen die weltweiten Reserven nach heutigem Wissensstand nur bis 2050. Experten rufen aus Ressourcen- und Umweltgründen nun dazu auf, effiziente Recyclingprogramme aufzusetzen. Was in Chile und Peru, zwei der grössten Lithium-Herbergen, bar jeder Vernunft ist, ist in Deutschland bereits Realität: Hier drehen die Lithium-Recyclingmühlen ordentlich. Ist die Welt eben doch kein Dorf?