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Nachgefragt Cyril Schicker
Dr. Marc Faber alias Dr. Doom ist eine der umstrittensten Personen der Finanzwelt. Von seinen Anhänger als der Börsenguru verehrt; von seinen Opponenten als pessimistischer Schaumschläger verpönt – Dr. Marc Faber lässt im Gespräch keinen Stein auf dem anderen!
Einer der bekanntesten Schweizer am globalen Finanzhimmel prognostizierte in der Vergangenheit schon mehrere Markteinbrüche und behielt vielmals recht. Dank seinen «Treffern ins Schwarze» erlangte der Fondsmanager, Doktor, Buchautor und Dozent damit auch den «Guru-Status». Heute werden Fabers Auguren viel Gehör geschenkt; seine monatlichen Börsenbriefe, die «Gloom Boom & Doom Reports», sind beliebte Lektüren unzähliger Investoren auf dem gesamten Globus.
Dr. Marc Faber blickt auf eine steile und erfolgreiche Karriere zurück. Nach dem Abschluss der Matura studierte er in Zürich Wirtschaftswissenschaften und promovierte in Wirtschaftsgeschichte mit magna cum laude. Von 1973 bis 1978 arbeitete er in Zürich, New York und Hong Kong, das ab 1973 auch sein Wohnsitz war, für White Weld & Company. Daraufhin beschäftigte Drexel Burnham Lambert Faber zwölf Jahre als Managing Director, bis dieser im Jahr 1990 seine eigene Investmentgesellschaft, die Marc Faber Ltd, in Hong Kong gründete.
Heute ist Dr. Marc Faber nicht nur ein gefragter Referent und Ansprechpartner zu Wirtschafts- sowie Finanzfragen, sondern auch (umtriebiger) Verfasser diverser Bestseller und hält überdies Mandate in verschiedenen Verwaltungsräten internationaler Unternehmen inne.
Dr. Doom hat vielfach seine ganz eigene Meinung zu den Märkten und allgemeinen Finanzfragen. Auf die Frage, welche Anleger er am meisten bewundere, antwortet er: Jesus Christus, Mohammed und Buddha. Da sie sich mit der Wertsteigerung nichtmateriellen Reichtums beschäftigten und die Instinkte sowie Bedürfnisse der Menschen zu bewegen suchten, konnten sie als einzige Unternehmen schaffen, die bis heute weiter wachsen und gedeihen.
Im Vordergrund von Fabers Tätigkeit steht dennoch das Geschäft mit dem Geld. Als Contrarian stehen seine Anlageempfehlungen meist im Gegensatz zu den Mainstream-Börsentipps. Durch sein vernetztes Bild der internationalen Finanzmärkte sah er vergangene Börsencrashs, wie etwa den «Schwarzen Montag 1987», die Japan-Blase 1990 oder die Technologie-Blase 2000 voraus. Dr. Dooms Prognosen trugen massgeblich zu seinem Ruf als pessimistischer Börsenguru bei, denn seine Vorhersagungen beziehen sich hauptsächlich auf fallende Märkte; sein Spezialgebiet ist ganz klar Doom und nicht Boom.
Obwohl der Doom’sche Finanzstratege noch tiefere Preise im Gold sieht, glaubt er langfristig weiterhin an dieses Edelmetall. So oder so, Dr. Faber befürchtet, dass infolge der Subprimekrise noch weitere Banken «pleite» gehen werden. Privaten Anlegern empfiehlt er in ETF zu investieren, da diese rein schon von den Kosten äusserst attraktiv ausgestattet sind. Und hinsichtlich Analysten ist er alles andere als erfreut.
Einmal mehr taut Faber in seiner Rolle als Dr. Doom völlig auf… Sehen Sie im nachfolgenden Video Dr. Marc Faber – so wie man ihn kennt!