Wachgeküsstes Afrika
Nachgefragt Barbara Kalhammer
Trotz Armut, Korruption, Bürgerkriegen und hohen Aids-Raten zeigt der Schwarze Kontinent seit der Jahrtausendwende ein eindrückliches Wirtschaftswachstum. Afrika ist überdies eine wahre Rohstoffherberge und ausserdem demografisch interessant.
Schon Anfang der 60-er Jahre trug der damalige US-Präsident John F. Kennedy Afrika verbal auf Händen, als er sagte, Europa sei Vergangenheit, USA Gegenwart und Afrika die Zukunft. Horst Köhler, amtierender Bundespräsident Deutschlands, spricht Afrika auf der Globalbühne ebenfalls eine Schlüsselrolle zu: «Die Menschlichkeit unserer Welt entscheidet sich am Schicksal Afrikas.» Eine der renommiertesten Wirtschaftszeitschriften, The Economist, hat Afrika schon länger auf dem Radar und attestiert dem sogenannten Schwarzen Kontinent ein beispielloses Wirtschaftswachstum. Die erfolgreiche englische Wochenlektüre prognostizierte unlängst, dass zu Anfang des neuen Jahrzehnts sieben der zehn am schnellsten wachsenden Nationen der Welt aus (Subsahara-)Afrika stammen werden. Diese Ansichten kommen nicht von ungefähr:
Der sogenannte Frontier Market hat in den letzten Jahren eine insgesamt beeindruckende Entwicklung vollbracht und kann sich (nicht nur) in Sachen Wirtschaftswachstum mit dem Gros der hochgelobten Schwellenländer messen. Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) legte die Wirtschaftsleistung seit 2000 jährlich um durchschnittlich fünf Prozent zu. Auch 2009, als die Weltwirtschaft um ein Prozent schrumpfte, wuchs diejenige Afrikas um 1,7 Prozent. 2010 dürfte laut IWF-Experten rund vier Prozent mit sich bringen. Selbstverständlich hat die Wirtschaftskrise ihren Schatten auch auf Afrika geworfen. Rückläufige (Rohstoff-)Exporte und geringere Kapitalzuflüsse wie etwa Auslandinvestionen führen alles in allem zu einer Verschlechterung der makroökonomischen Bilanzen.
Der Afrika-Spezialist Jean-Pierre Gerber erklärt im Gespräch über Afrika und die zahlreichen (Anlage-)Opportunitäten.














