Betäubende Allmacht
Worte Cyril Schicker
Edgar Allan Poe, Adolf Hitler und Jörg Immendorf gehören zu den prominenten Aushängeschildern, wenn es um Drogenmissbrauch geht. Die sind jedoch vernachlässigbar, mehr Aufmerksamkeit gebührt normalbürgerlichen Drogenkranken. Und welche Drogen gibt es? Woher kommen sie? Welche Institutionen sind für Abhängige da?
Dass Drogen die Welt beherrschen, ist nicht von der Hand zu weisen. Ebenfalls nicht von der Hand zu weisen ist ihre stolze Historie. Schon mehrere tausend Jahre haben sie auf dem Buckel und präsentieren sich nicht erst in der Moderne in einer beispiellosen Vielfalt. Im angelsächsischen Raum ist die Vielfalt gar noch grösser, zumal dort «Drugs» nach Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Arzneimittel allgemein bezeichnen.
Definitionen sind sowieso obsolet, sie kicken redlichen Bemühungen, die in Richtung Vorbeugung, Umgang sowie Verständnis tendieren, sträflich oft ans Bein. An vorderster Beinkickfront befindet sich das Bundesamt für Gesundheit (BfG). Ist von Drogen die Rede, extrahiert das BfG – selbst heute noch – Alkohol und Tabak. Unterteilt werden die Forschungsthemen in die vier Subkategorien Alkohol, Tabak, illegale Drogen und Cannabis.
Dr. med. Monika Ridinger, Chefärztin und Geschäftsleitungsmitglied der Forel-Klinik, einem Kompetenzzentrum für die Behandlung von Alkohol-, Medikamenten- und Tabakabhängigkeit, zur Definition: «Diese Bezeichnungen sind dem umgangssprachlichen Verständnis geschuldet. Nach sucht-medizinischer Definition handelt es sich stets um die Abhängigkeit von sogenannten psychotropen Substanzen. Dabei unterscheidet man legale und illegale Substanzen. Umgangssprachlich unterscheidet man häufig Alkohol oder Tabak von Drogen und meint mit letzteren illegale Substanzen.»
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