Südamerikanisches Liebkind Brasilien
Nachgefragt Cyril Schicker
Das zweischneidige Schwert Brasilien betört durch die gewaltige Flora und Fauna, handumkehrt schockiert es durch Favelas, Korruption und Vetternwirtschaft. Der Ambivalenz zum Trotz, die Föderative Republik ist sowohl für Touristen als auch für Anleger attraktiv.
Geht es um Brasilien, denken viele in erster Linie an Samba, Zuckerhut und den Amazonas. Dabei flackern Urlaubsgefühle auf und das geistige Spiegelbild macht einen wundersamen Teint deutlich. Vielleicht drängt sich hie und da der unwirtliche Favelas-Gedanke dazwischen, alles in allem erachten viele unter uns den weltweit fünftgrössten Staat als ebenso «sweet» wie ein gezuckerter Caipirinha-Glasrand.
Unrecht haben sie natürlich nicht, doch so gülden sich das alles anhört: Diese Gedankenkapriolen greifen zu kurz. Brasilien hat weitaus mehr zu bieten, und erobert sich denn auch zu Recht einen omnipräsenten, immer dominanter werdenden Fleck auf der globalen Investorenlandkarte. Daniel Bittner, CEO arsago Group, kennt das südamerikanische Aushängeschild inzwischen fast besser als seinen stadtzürcher Arbeitsweg.
Der ausgewiesene Schwellenlandexperte zeigt unter anderem auf, inwiefern die Demografie Brasiliens positive Wirtschaftsimpulse gibt, welch’ Segen der Rohstoffreichtum mit sich bringt und wie vielversprechend spezifische Förderprogramme wie «Minha Casa, minha Vida» sind. Emerging-Market-Spezialist Bittner stattet Brasilien verbal nicht nur mit Samt aus, sondern geht auch auf Gefahren und Risiken ein.
Vorhang auf!
















