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Worte Mirjam Staub-Bisang
Ein Marke gilt als stark, wenn sie ihre Versprechen gegenüber Kunden und Konsumenten hält. Nicht vergessen werden darf dabei jedoch der Umgang mit Arbeitnehmern und Gesellschaft.

«Brand is not the promise you make but the delivery of the promise.» Nestlé, Roche und Swatch, V-Zug und Ricola – allesamt starke Schweizer Marken. Marken, die ihre Versprechen nicht nur gegenüber Kunden und Konsumenten, sondern auch gegenüber Arbeitnehmern und Gesellschaft einhalten. Und dies seit Jahrzehnten, schliesslich fusst ihre Reputation darauf. Eine Marke aufzubauen, dauert lange. Schnell jedoch ist ihr Glanz angekratzt: Produktionsmängel, unzufriedene Kunden und Arbeitnehmer, Umweltschäden, Rechtsstreitigkeiten oder auch nur dementsprechende Gerüchte.
Unter den Teppich kehren lässt sich heute kaum mehr etwas, Medien und immer verstärkter soziale Netzwerke tragen das Ihrige dazu bei. Dagegen gefeit ist niemand, doch kann man Marken – zumindest teilweise – schützen. Hier lautet das Zauberwort «Nachhaltigkeit». Nachhaltig ist eine Marke mit einer loyalen Gefolgschaft, welche der Marke ungeachtet medialer und anderer Attacken treu bleibt. Unternehmerisches Ziel ist daher, Produkte und Dienstleistungen zu verkaufen, die ihre Markenversprechen halten. Zufriedene Kunden sind das Resultat. Langfristig wird dadurch der Bekanntheitsgrad sowie der Wert einer Marke und somit auch der Unternehmenswert gesteigert. Dies erfordert grossen Arbeitseinsatz, aber auch ständige Innovation. Denn nur so können sich etablierte Marken in umkämpften Märkten behaupten und Preise hochhalten.
Neben wirtschaftlicher Nachhaltigkeit stehen auch ethische Grundsätze im Vordergrund wie Respekt vor Mitarbeitern, Kunden und Zulieferern sowie der Umwelt. Die Einhaltung sozialer und ökologischer Kriterien geniesst bei nachhaltigen Marken oberste Priorität. Dafür steht ihr guter Ruf. Ich wage die Behauptung, dass nachhaltig starke Marken von nachhaltig aufgestellten Unternehmen entwickelt und gepflegt werden. Für eine Volkswirtschaft bedeutet dies: Je mehr starke Marken sie hervorbringt, desto nachhaltiger ist sie aufgestellt. Dies wiederum zeigt sich in einem respektvolleren Umgang mit Menschen, Ressourcen und Umwelt.
Wir können froh sein, dass diese Gesetzmässigkeiten gelten, hat doch die Schweiz viele starke Marken und steht also im internationalen Vergleich in Bezug auf Nachhaltigkeit gut da. So gut, dass inzwischen selbst der starke Franken eine starke Marke ist. Indes für viele inländische Produzenten fast zu stark, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Langfristig müssen Produktionskosten gesenkt werden, ohne Zweifel. Aber das geht nicht von heute auf morgen. Ein Unternehmen benötigt dafür Zeit und die sollte ihr gewährt werden. Die überhastete Einkaufsfahrt ins grenznahe Ausland ist daher eine Bedrohung für die Schweizer Wirtschaft, genau wie billiger werdende Importe, welche die Kaufkraft kurzfristig erhöhen. Wer heute im Ausland Schnäppchen jagt, kauft letztendlich teuer ein und muss später kräftig nachzahlen. Längerfristig untergräbt der Shoppingtourismus den Werkplatz Schweiz und mit ihm die Marke Schweiz. Auf Dauer können wir es uns dies nicht leisten, weil es nicht nachhaltig ist. Darum: Buy Swiss!