Lust am Lesen?
Abonnieren Sie PUNKTmagazin zu attraktiven Konditionen
Nachgefragt Rino Borini
Neue Zeiten für Index-Freunde – passive Index-Investments boomen. Der Pionier des fundamentalen Indexings und Querdenker Robert D. Arnott war anlässlich des Index Day 08 live in Zürich und stellte sein Konzept des fundamentalen Indexings einem breiten Publikum vor.
Abgesehen vom altehrwürdigen Dow Jones, der die Aktien anhand ihres Preises gewichtet, bemisst sich in herkömmlichen Indizes die Bedeutung eines Einzelwertes nach dem Marktwert. Steigende Kurse lassen das Gewicht anschwellen. Umgekehrt büssen Verlierer an Marktwert und auch an Einfluss auf den Index ein. Das ist eigentlich das Manko der kapitalisierungsgewichteten Indizes. Bessere Perspektiven versprechen indes fundamentale Indizes.
Anlässlich des zweiten Index Day (www.indexday.ch) konnte der renommierte US-Wissenschafter, Querdenker und Buchautor Robert D. Arnott als Hauptredner gewonnen werden. Er gilt als Pionier des fundamentalen Indexings. Das von ihm entwickelte RAFI-Konzept (Research Affiliates Fundamental Indexing) ist weltbekannt und bereits liegen über 25 Milliarden Dollar Vermögen in Indexprodukte auf die RAFI-Indizes. Sein RAFI-Konzept versucht der Problematik der marktkapitalisierten Indizes entgegen zu wirken.
Das RAFI-Indexkonzept basiert auf fundamentalen Aspekten. Die Aktien, die sein Index berücksichtigt, werden nach den Kriterien Dividende, Cashflow, Buchwert und Umsatz zusammengestellt. Die Gewichtung ergibt sich, indem etwa der Umsatz des Top-Wertes ins Verhältnis zum Umsatz aller Markttitel gesetzt wird. Genauso geht RAFI bei den anderen Ranglisten vor. Am Ende wird vereinfacht gesagt aus allen vier Werten eine Durchschnittsgewichtung ermittelt. Diese Strategie verhindert, dass sich die Indexgewichtung nur danach richtet, inwieweit die Anleger einzelne Aktien bevorzugen und damit tendenziell überbewerten oder gar vernachlässigen – und damit für eine ungerechtfertigt niedrige Marktkapitalisierung sorgen.
Dass das RAFI-Konzept funktionieren kann, zeigt die Vergangenheit. Im 2007 konnten zahlreiche RAFI-Länderindizes den jeweiligen MSCI-Länderindex schlagen, teilweise sogar massiv. Der RAFI-Länderdurchschnitt (bspw. Irland, Norwegen, Portugal, UK, Frankreich, USA, Japan, Schweiz u.v.m) belief sich im 2007 auf 17 Prozent. Demgegenüber erzielten die jeweiligen MSCI-Indizes eine Rendite von 14.4 Prozent.
Anleger, die in dieses Index-Konzept investieren möchten, müssen sich derzeit über die ausländische Börse Zugang verschaffen. Noch sind in der Schweiz keine Produkte, die einen RAFI-Index abbilden, lanciert worden. Derzeit bietet alleine Powershares ETFs auf den RAFI US1000 oder Europa Mid/Small Caps. Auch die Lyxor Asset Management hat in ihrem Sortiment einige RAFI-Indizes ETFs, wie zum Beispiel RAFI Europe, RAFI Eurozone, RAFI Japan etc.
Gespannt darf man darauf warten bis ein Produktanbieter den ersten ETF oder das erste Zertifikat lancieren wird.