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Worte Barbara Kalhammer
Edle Tropfen gewinnen mit den Jahren oft stark an Wert und ziehen damit das Interesse der Anleger auf sich. Doch aufgepasst: In Wein zu investieren ist komplizierter als ihn zu trinken.
Der Weinanbau blickt auf eine lange Geschichte zurück. Bereits 4000 vor Christus begannen die Ägypter mit dem Anbau von Reben. Heute ist der globale Weinmarkt riesig, das Geschäft mit den edlen Tropfen boomt. An Auktionen sorgen Bordeaux-Weine, aber auch solche aus dem Burgund, dem Rhonetal und einigen wenigen anderen Regionen, immer wieder für neue Rekordpreise. Ein wichtiger Faktor für die Preisbestimmung ist die vorhandene Menge, aber auch die Anzahl Parker-Punkte fliesst mit ein. Im Allgemeinen zu den Top-Weinen zählen Lafite Rothschild, Latour, Margaux und Petrus. Als Top-Jahrgänge gelten unter anderem 1961, 1982, 2000 und 2005.
Einen Überblick über die Preisentwicklung des ganzen Segments ermöglicht der Liv-ex 100. Der Fine-Wine-Index erfasst dagegen nur die Performance der 100 beliebtesten Qualitätsweine. Seit Anfang 2009 hat er rund 50 Prozent zugelegt, auf Fünf-Jahres-Sicht sogar mehr als 80 Prozent. Seit dem Allzeithoch von Ende Juni 2011 haben die Preise jedoch stark nachgegeben. «Eine nötige Preiskorrektur», sagen Experten. Gemäss ihnen wurden die Preise in den letzten Jahren stark nach oben getrieben, einige Weine waren klar «überbewertet». Ein Beispiel dafür liefern die drei Flaschen Château Lafite, Jahrgang 1869, die von Sotheby’s im vergangenen Jahr für je etwa 230 000 Dollar versteigert wurden. Der neue Eigentümer ist asiatischer Herkunft, was einem Trend entspricht, denn zusehends bestimmen sie das Geschehen im internationalen Spitzenweingeschäft. Auch ihr Weinkonsum nimmt weiter zu, nachdem er bereits in den letzten zehn Jahren um zehn Prozent wuchs. Gemäss Prognosen dürften Chinesen bis 2013 die siebtgrössten Weinabnehmer sein.
Anleger sollten bei Investitionen in Weine einen längerfristigen Horizont verfolgen. Die Auswahl selber zu treffen, verlangt Fingerspitzengefühl und vertiefte Kenntnis des Weinmarktes. Beraten lassen kann man sich beim lokalen Weinhändler. Wer sich das nicht zutraut und lieber über Fonds wie den Wine Growth Fund investiert, braucht das nötige Kleingeld. Beteiligungen sind zwischen 10 000 und 125 000 Euro zu haben. Auch der Abgang der Geschichte ist eher harzig. Denn Wein ist zwar flüssig, doch im börsentechnischen Sinne sind die Anlagen alles andere als liquid.