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Worte Barbara Kalhammer
Immobilienwerte gelten als Fels in der Brandung und sicherer Hafen. Sie zeichnen sich aus durch solide Renditen und bleiben angesichts tiefer Zinsniveaus auch weiterhin attraktiv.
Zu Jahresbeginn waren die Erwartungen an die Börsen gross, doch im Laufe des Jahres wurden sie zunichte gemacht. Starke Kurseinbrüche – besonders im August – bescherten Anlegern hohe Verluste. Die Ausnahme bildeten Immobilientitel. Sie konnten sich von den Kursrückgängen schneller erholen als andere Werte. Dies spiegelt sich in der Entwicklung des SXI-Real-Estate-Index, der bis Anfang Dezember rund sechs Prozent zulegen konnte. Ebenfalls ein Plus von sechs Prozent verzeichnete der SXI-Real-Estate-Funds-Index, der die Wertentwicklung von Immobilienfonds misst. Verantwortlich für die grosse Beliebtheit der Immobilientitel ist das anhaltend tiefe Zinsniveau.
Gemäss «Immobilien aktuell» der ZKB führte die hohe Nachfrage im ersten Halbjahr zu einer weiteren Renditekompression beziehungsweise steigenden Transaktionspreisen bei Renditeliegenschaften. Zwar macht die erwartete wirtschaftliche Abkühlung Immobilienaktien korrekturfähig. Gemäss ZKB werden die Kurse der Werte aber durch die attraktiven Ausschüttungsrenditen von durchschnittlich 4,5 Prozent unterstützt. Darüber hinaus dürften die von der Schweizer Nationalbank festgelegte Euro-Untergrenze und das dadurch mittelfristig gestiegene Inflationsrisiko für Unterstützung sorgen. Denn Immobilien bieten einen gewissen Inflationsschutz.
Zu beachten ist jedoch, dass Immobilienaktien teilweise bereits sehr hoch bewertet sind. Dies zeigt sich im Aufpreis, auch Agio genannt. Dabei handelt es sich um die Differenz zwischen dem bezahlten Kurs und dem inneren Wert der Aktie. Ein hohes Agio zeigt an, dass die Titel anfälliger sind für Kursrückschläge. Einzelne Immobilienfonds werden bereits mit Aufpreisen von bis zu 25 Prozent über dem von der ZKB erwarteten Nettoinventarwert gehandelt. Die hohen Bewertungen werden jedoch durch die tiefen Zinsen relativiert.
Ein weiterer Vorteil von Fonds sind die hohen ausgeschütteten Renditen (im Durchschnitt drei Prozent). Zudem korrelieren sie nur geringfügig mit anderen Anlageklassen. Anleger, die von den weiterhin guten Aussichten profitieren wollen, tun dies am besten durch Kauf von Immobilienaktien wie beispielsweise PSP Swiss Property und Swiss Prime Site (SPS). Beide Unternehmen konnten in den ersten neun Monaten des Jahres 2011 deutliche Gewinnsteigerungen verbuchen. Im Vergleich zur Vorjahresperiode kletterte der Reingewinn bei SPS um 14 Prozent auf 142,1 Millionen Franken, bei PSP gar um 63 Prozent auf 234,3 Millionen Franken.
Weitere Möglichkeiten bieten Allreal, Intershop oder Mobimo. Neben verschiedenen Aktien gibt es ein breites Fondsangebot. Beispielsweise der Swiss-ImmoSecurities-Tracker-PlusC von Picard Angst, der seinen Fokus auf die Schweiz legt. Als Referenzindizes fungieren der SWX-Immobilienfonds-Index und der SPI-Real-Estate-TR-Index. Andere Fonds, wie etwa der Credit-Suisse-Real-Estate-Fund-Living-Plus, fokussieren sich auf bestimmte Wohnbereiche wie Seniorenimmobilien, moderne Wohnformen mit integrierten Serviceleistungen sowie zukunftsorientierte Wohnkonzepte. Darüber hinaus werden Fonds auf Regionen wie Europa, Amerika oder Asien angeboten. Neben dem breiten Fondsangebot können Anleger mit strukturierten Produkten und ETF in Immobilien investieren. Die UBS beispielsweise bietet ETF auf die beiden SXI-Immobilienindizes an.