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Worte Rino Borini
Der Kapitalmarkt fordert Firmen immer mehr, sich nachhaltig zu gebaren. Davon profitieren auch Investoren, rentieren doch nachhaltige Anlagen ebenso wie klassische.
Nachhaltiges Anlegen geht über Investments im Bereich Wasser, Wind und Sonne hinaus. Das merken endlich nicht nur die Investoren selber, sondern auch Firmen. Auch wenn es weiterhin Potenzial gibt, so ist dieser Sinnungswandel zu würdigen. Doch Unternehmen ausfindig zu machen, die wirtschaftliche, soziale und umweltbezogene Aspekte gleichermassen berücksichtigen, und diese zu «überwachen», ist nicht einfach. Deshalb – und aus Diversifikationsüberlegungen – anerbieten sich traditionelle Fonds, ETF und Zertifikate.
Dabei stellt sich die Frage, ob das Vermögen von einem professionellen Team, bestehend aus Nachhaltigkeits-Analysten und Portfoliomanagern, verwaltet werden soll oder ob ein Index-Tracker, der nichts anderes tut, als einem Nachhaltigkeitsindex zu folgen, reicht. Entscheiden muss jeder Investor für sich selber. Dabei helfen können Hinweise über Kosten und die vergangene Performance.
Tiefe Gebühren sind zweifelsohne immer noch eines der besten Argumente. Aktiv verwaltete Fonds sind in der Regel rund ein Prozent teurer als passive Anlageformen. Schafft es aber ein Fondsmanager, langfristig den Markt zu schlagen, natürlich nach Kosten, kann dies eine gute Alternative sein.
Allein deswegen lohnt sich ein Blick auf vergangene Rendite, denn die Vehikel zeigen ein gemischtes Bild von miserabel bis sehr gut. Wählt ein Anleger das (kostengünstigere) Indexprodukt, ist eine Überprüfung der Indexkonstruktion Pflicht. Steht dahinter ein Analysten-Team, das ebenso über eine Nachhaltigkeitsexpertise verfügt, verspricht das schon einiges. Die Überprüfung muss aber regelmässig geschehen. Nur beim Kauf genau hinschauen, reicht nicht.
Dass Nachhaltigkeits-Investments nicht zwingend einhergehen mit Renditeeinbussen, dürfte langsam ein alter Hut sein, soll aber an dieser Stelle dennoch ein letztes Mal erwähnt werden. Der Vergleich der Indizes Euro-Stoxx 50 mit dem Euro-Stoxx-Sustainability-40 zeigt sogar, dass Nachhaltigkeit während den vergangenen drei Jahren leicht besser abschnitt.
Ähnlich sieht es aus bei den Indizes MSCI Global Socially Responsible und MSCI Global. Diese beiden weisen in der Rückrechnung eine annähernde gleiche Kursentwicklung auf. Auf diese zwei hat die UBS in Deutschland übrigens die ersten ETF lanciert. Gut möglich, dass solche oder ähnliche Vehikel bald auch in der Schweiz erhältlich sind. Firmenanleihen, verpackt in ein Zertifikat, können mitunter eine spannende Alternative sein. Dazu hat Vontobel ein Produkt (VZESB) am Start, das sich für defensiv ausgerichtete Anleger eignet.