Sexy US-Filmbusiness
Worte Cyril Schicker
In den USA kommen tagtäglich neue Filme in die Kinos. Viele knacken rasch die 100-Millionen-Dollar-Grenze. Bis der einspieltechnische Rekord von «Avatar» pulverisiert wird, geht es jedoch lange. «Sennentuntschi» kann angesichts dessen tausende Jahre durchgereicht werden – und stünde dann noch auf verlorenem Posten.
Der mehr oder minder fiese Winter steht vor der Türe, die Dunkelheit ist jetzt schon unser steter Wegbereiter und wenn es mal nicht dunkel ist, dann schneit es oder, gar noch schlimmer, regnet es. Von der Kälte ganz zu schweigen. Immerhin stehen uns angenehme Möglichkeiten zur Verfügung, um diesen unsäglichen Jahreszeiten- und Wetterkapriolen zu entfliehen, wenn auch nur temporär. So drängt sich zum Beispiel ein Leinwandzauber auf. Das Kinovergnügen ist zwar im weltweiten Vergleich hierzulande schändlich teuer, doch wie heisst es so schön im neuesten Oliver-Stone-Sequel «Wall Street»? Money never sleeps, also Geld schläft nie. Der Slogan (ist es ein Slogan?) zieht auf jeden Fall, vielleicht aber ist es auch die Qualität des Films selber.
Wer weiss, Fakt jedoch ist, dass «Wall Street» alleine in den USA bis zum 26. Oktober 2010 weit über 50 Millionen Dollar einspielte. Einspielergebnistechnisch auf derselben Augenhöhe befindet sich «Legend of the Guardians». Das Ben-Affleck-Werk wiederum, «The Town», knackte unlängst die 85-Millionen-Grenze, was in Anbetracht des 3D-Ungemachs Jackass jedoch ein Einzweitel-Klacks ist. Die Fortsetzung der Fortsetzung brachte nämlich bereits mehr als 90 Millionen Dollar ein. So oder so, allesamt können als erfolgreiche Filme bezeichnet werden, und vor allem betreffen diese Zahlen lediglich den Heimmarkt, die USA. Ein Blick auf «All Time Domestic Gross», wiederum wird hier als Quelle sowohl die IMDB-Datenbank als auch Box Office herangezogen, ist nicht minder spannend und weniger Fluktuationen ausgesetzt: Das Avatar’sche Vergnügen, das Mitte Dezember 2009 in die Kinos kam, spielte bislang mehr als 760 Millionen Dollar ein. Rang zwei belegt Titanic, das uns Ende 1997 aufs Auge gedrückt wurde und seither über 600 Millionen einbrachte.
Die Batman-Kostbarkeit «The Dark Knight» eroberte Fantasyherzen sommers 2008 (533 Millionen, Platz drei). Das zweimalfeine Kunststück «Alice in Wonderland» die aus der abstrus-bizarr-sympathischen Gedankenschmiede Tim Burtons stammt, belegt den zwanzigsten Rang (334 Millionen Einspieldollar). Die herzerwärmende, verspielte und kurzweilige Martial-Art-Kostbarkeit aus dem Hause Sony Pictures Classics, «Crouching Tiger, Hidden Dragon», wurde Ende 2000 lanciert und spielte 128 Millionen Dollar ein. Damit belegt der Film allerdings lediglich Platz 283. Die überschätzte Heimproduktion «Sennentuntschi», auch wenn diese hierzulande Tausende von Zuschauern in die Kinos lockt, beläge wohl Rang 8000. Und auch das nur, wenn es 8000 Jahre her ist seit der Markteintritt erfolgte.
















