Olympiade der Zukunft
Worte Simon Jacoby
Die Schweiz versucht es erneut. Nachdem die Kandidatur von Sion 2006 bei der Vergabe der Olympischen Winterspiele unterlegen war, soll es für das Jahr 2022 in St. Moritz und Davos klappen.
Die erste Hürde einer allfälligen Kandidatur für die Olympischen Spiele 2022 haben die beiden Berggemeinden St. Moritz und Davos vor kurzem genommen. Das Schweizer Sportparlament, das oberste Organ von Swiss Olympic, sprach sich einstimmig für die Kandidatur «gr2022» aus. Bis Ende August wird geprüft, ob und wie die Winterspiele in Graubünden durchgeführt werden könnten. Die Stossrichtung ist jetzt schon klar. Die Organisatoren wollen die nachhaltigsten Olympischen Spiele auf die Beine stellen, die es je gab. «Nachhaltigkeit» und «Innovation» lauten die Schlagworte. Damit dies gelingen kann, wären die gastgebenden Gemeinden gleichzeitig die Austragungsorte. Zwar müsste noch viel gebaut werden, doch nach dem grossen Fest sollen keine baulichen Ruinen zurückbleiben, wie dies beispielsweise in Turin 2006 der Fall war. Bleiben soll nur, was auch später genutzt werden kann. Konkret sähe das so aus: Die zusätzliche Halle, die für das Eishockeyturnier nötig wäre, würde (mitsamt Busterminal) in Davos gebaut, kurz darauf verschwände sie jedoch wieder. Die Trainingshalle hingegen, die neben dem bisherigen Stadion des HC Davos gebaut würde, bliebe auch nach dem Turnier bestehen. Auch die öffentlichen Verkehrsmittel würden nur dort ausgebaut, wo die Bewohner auch nach den Spielen davon profitieren könnten. Im Falle eines Zuschlags könnte sich der Kanton Graubünden über einen wirtschaftlichen Aufschwung freuen, denn die meisten Aufträge sollen von lokalen Unternehmen ausgeführt werden. Die Kandidatur käme einem kleinen Konjunkturprogramm gleich. Einer ersten Schätzung zufolge beliefen sich die Investitionen auf 36 Millionen Franken, welche zu je einem Drittel vom Bund, dem Kanton zusammen mit den beiden Gemeinden und der Schweizer Wirtschaft getragen werden sollen. Doch bis wir die Olympioniken in der Schweiz anfeuern können, ist es noch ein weiter Weg. Nach einer Volksabstimmung im nächsten März im Kanton Graubünden folgt bei Annahme die Behandlung durch den Bundsrat und die Eidgenössichen Räte. Erst dann, voraussichtlich im September 2013, würde die offizielle Kandidatur beim Internationalen Olympischen Komitee eingereicht.

















