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Worte Cyril Schicker
Es muss nicht immer Albert Anker, Alberto Giacometti oder Paul Klee sein, wenn es um hiesige Kunstschmankerl geht. Bruno Weber zum Beispiel begeistert seit mehreren Jahrzehnten im In- und Ausland. Aber auch das junge Kunstkunterbunt Schwarz Gänsehaut hat unser aller Augenmerk verdient.
Mutter Helvetia hat ein Herz für Kunstschaffende, fürwahr, der liebe Gott dagegen weniger. Anders ist es wohl nicht zu erklären, weshalb der sagenhafte Kunstschaffende Bruno Weber jüngst an Parkinson erkrankte. Am 10. April 2011 feiert der Maler und Bildhauer sein 80. Wiegenfest, Gratulationen und Ovationen sind ihm gewiss. Seine Geburtsstadt Dietikon würdigt ihn an «seinem» Tag gar mit einem Kulturpreis. Der virtuose Realist und Architekt seiner eigenen Träume gilt als Begründer des hiesigen Realismus’.
Bruno Weber hat zwar – unter anderem – durch die künstlerische Gestaltung am Schweizer Pavillon an der Weltausstellung in Sevilla 1992 und diverse Film- sowie Fernsehkulissenproduktionen internationale Berühmtheit erlangt, hierzulande dürfte er vielen noch gänzlich unbekannt sein. Das soll nicht sein, das muss nicht sein, das darf nicht sein. Der Skulpturenaficionado und seine Frau Mariann Weber-Gordon machen es uns allen aber auch sehr leicht, es sich selber allerdings weniger.
Seit nunmehr 50 Jahren arbeiten sie in unermüdlicher Eigenarbeit an ihrem Skulpturenpark, der im In- wie Ausland bislang seinesgleichen sucht. Die kaum zu überbietende Extravaganz erstreckt sich über 20 000 Quadratmeter, die wiederum von unzähligen in Beton gegossenen, beschau- wie bewohnbaren Skulpturen beheimatet werden. Phantasmagorien treffen dabei auf Bizarrerien. Die Zeit ist reif respektive der Park ist jeweils von April bis Oktober geöffnet.
Währenddem das Weber’sche Vergnügen also zeitlich beschränkt ist, ist das Vergnügen von «Schwarz Gänsehaut» das ganze Jahr hindurch Tatsache. Verwundern dürfte das nicht, immerhin beheimatet Schwarz Gänsehaut einen Online-Shop – worüber das Kleiderlabel «Weltinfarkt» vertrieben wird. Das Label gibt es zwar schon länger, hat sich aber schon von Anbeginn auf die Fahne geschrieben, das globale Ungemach in den Fokus zu rücken. Das stete Überdenken von Sinn und Absichten gehört dazu, das Durchbrechen der kulturellen Trance ebenso.
Was das genau bedeutet, kann jeder selber in Erfahrung bringen, beispielsweise an der im Mai 2011 durchgeführten Ausstellung in der Galerie Käsermann. Kunsthappenings werden regelmässig veranstaltet, dranbleiben lohnt sich also – auch da.
Für Interessierte, hier die Weblinks: